Worst Practice in CSR: Amazon

Der Internet Händler macht es genau so, wie es nicht sein soll: Knebelverträge für Lieferanten, Leiharbeiter, die menschenunwürdige Arbeitsbedingungen haben und in Unterkünften wohnen, wo sie von einer vermutlich rechtsradikalen Sicherheitsfirma bewacht und bespitzelt werden.

Die Konsequenzen?

Hier werden die Grundprinzipien der unternehmerischen Verantwortung mit Füßen getreten. Die Konsequenzen? Das Bundeskartellamt ermittelt gegen Amazon und die ersten Verlage haben bereits ihre Verträge mit dem Internethändlerriesen gekündigt.

Man mag vielleicht argumentieren, dass zwei kleine, eher unbekannte Verlage weniger ins Gewicht fallen. Doch zeigt dieses Verhalten eine eindeutige Konsequenz: Mit uns nicht! Sollten größere Verlage folgen, könnte Amazon ernsthafte Umsatzeinbußen verzeichnen müssen. Auch andere Lieferanten anderer Produktsparten könnten nachziehen.

Hier zeigt sich deutlich, wie wertschätzender Umgang mit Marktteilnehmern (=Lieferanten) und Mitarbeitern (in diesem Fall Leiharbeiter, auch wenn sie keine Angestellten von Amazon sind) einen klaren Einfluss auf den Gewinn des Unternehmens hat.

Der Kunde?

Interessant wäre nun zu wissen, wie sich der Kunde verhält: Wird er sich dauerhaft von Amazon abwenden? Wird er sich nur kurzfristig an andere Händler wenden – womöglich wieder in einen physischen Buchladen gehen? Hat er in zwei Wochen vergessen, was heute in der Zeitung steht?

Der Kunde muss zwingend sein Kaufverhalten überdenken: Er verlangt möglichst niedrige Preise, die andere mit ihrer Arbeits- und Lebensqualität bezahlen. Amazon gibt ihm, was er sich wünscht – und umgekehrt. Das kann kein Geschäftsmodell der Zukunft sein.

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