PR und Pressefreiheit – wer schreibt hat Recht?

Die Süddeutsche Zeitung online meldet heute, dass Deutschland bei der Pressefreiheit im europäischen Mittel liegt. Die Begründung: Es gäbe mehr PR-Texte als Selbstrecherchiertes:. http://bit.ly/116RVwF

Kommentar

Der Zeitungsleser und freie Geist muss dies mit Besorgnis lesen. Der PR-Berater dagegen freut sich. Zeigt doch seine Arbeit Früchte!

Doch so einfach ist die Situation natürlich nicht. Wie kommt es, dass mehr PR-Informationen veröffentlicht werden? Die PR ist der Gewinner der Zeitungskrise. Durch den Abbau von regulären Redaktionsplätzen hat der verbleibende Redakteur keine Zeit mehr für eine eigene Recherche. Er ist vermutlich froh, wenn er mit PR-Informationen seine Zeitung füllen kann. Gleichzeitig existiert eine Heerschar an freien Redakteuren und Journalisten, die für einen Hungerlohn Redaktionen beliefern. Auch sie erhalten viele ihrer Informationen von PR-Agenturen. Denn wer kann es sich leisten für so wenig Geld noch viel Zeit in eigene Recherchearbeit zu stecken?

Hier müssen sich PR-Agenturen und -Berater ihrer Verantwortung bewusst werden. Wenn sie schon von der Zeitungskrise profitiert, dann aber so, dass Berichterstattung nicht einseitig wird. Der Leser, der gleichzeitig Verbraucher ist, hat aber schon verstanden, dass er mehr PR zu lesen bekommt, als ihm liebt ist. Er wird immer kritischer.

Daher muss zwingend eine transparente Art der Berichterstattung entstehen! Dieser Grundsatz der CSR-Kommunikation sollte sich auch auf andere Bereiche beziehen. Denn nur, wenn der mündige Leser mit einbezogen und wertgeschätzt wird, wird er auch dialogbereit sein.

PR-Agenturen, Kommunikationsabteilungen von Unternehmen sowie Unternehmer müssen sich bewusst sein, welche Macht und welche Verpflichtung sie haben. Mit dieser Macht müssen sie sehr vorsichtig umgehen.

 

 

 

 

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