Der Pakt mit dem Teufel? Yes, we can!

Die Entscheidung der USA aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen trifft mich, wie vermutlich die meisten von Euch, bis ins Mark. Nein, überraschend fand ich es nicht – D.T. kann mich langsam nicht mehr überraschen.

Ich kann nur fassungslos zusehen, was dieses trotzige unerzogene Kind mit den Füßen kaputttrampelt, was andere vor ihm mit viel Mühe aufgebaut haben. Dass Trump jetzt versucht, ein neues Abkommen zu verhandeln, in dem die USA nicht mehr benachteiligt werden ist nur noch das i-Tüpfelchen auf der ganzen Sache und zeugt von einem übersteigerten Selbstbewusstsein, das keiner nachvollziehen kann.

Gut, die USA sind raus. Heißt im Umkehrschluss, dass die verbliebenen Staaten jetzt die Führung im Klimaschutz übernehmen müssen. Frankreich und Deutschland haben ja mit China den ersten Schritt getan. Der eine oder andere dürfte dabei wegen der Menschenrechtsverletzungen in Fernost Bauchgrummeln haben. Damit steht er vor dem ewigen Problem, ob man mit dem Teufel einen Pakt eingehen sollte. Diese Entscheidung zu treffen ist schwer und wird immer wieder gefällt werden müssen. Aber wenn sich die USA jetzt zum Klimateufel zurückentwickeln, dann müssen wir vielleicht einen anderen Teufelspakt akzeptieren, um in der Klimafrage voranzukommen. Insbesondere weil China (zusammen mit Indien) als einer der größten Treibhausgasemittenten eigentlich sogar der richtige Partner für die Arbeit am Klimaschutz ist. Wenn nicht die Chinesen, wer dann?

In Zeiten der Globalisierung ist es nicht mehr möglich die splendid isolation zu leben und sich nicht dafür zu interessieren, was am anderen Ende der Welt los ist. Wir müssen an den Klimazielen festhalten, wenn wir weiterhin auf diesem Planeten leben möchten. Ohne die USA wird es schwierig aber nicht unmöglich. Jetzt nicht die Flinte ins Korn werfen!

Yes, we can – whitout the US!

Übrigens hat sich President Macron eine intelligente Art der Kritik an D.T. angewöhnt: Nach jeder Entscheidung des POTUS (President of the United States), die gegen den gesunden Menschenverstand verstößt (gegen die Wissenschaften, gegen den Klimaschutz, etc.) lädt er alle Experten, die von davon betroffen sind, ein, nach Frankreich zu kommen und dort ihre Arbeit fortzusetzen. Das sollte Deutschland vielleicht auch tun und so die jungen Wissenschaftler zurückholen, die wir über die Jahre an die USA verloren haben.

4 Responses to “Der Pakt mit dem Teufel? Yes, we can!”

  1. Barbara

    Das sehe ich auch so, durch die wachsende Globalisierung und Geschwindigkeit von Fortschritt, Kommunikation und Wirtschaft bleiben die internationalen Beziehungen mittlerweile in angespanntem Zustand. Nur eines zu Trump: Hinter ihm steht eine US-Partei, die Republikaner. Und die stehen auch hinter seinen Entscheidungen. Sie haben zwar nicht die Mehrheit im Land, aber sie haben (wohl) die meisten Stimmen bei der letzten Wahl erhalten. Wir sollten diese Wahrheit hinter Trump nicht übersehen.

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  2. Heidi

    Hallo Alka,

    ja, die Entwicklung ist mehr als besorgniserregend! Aber wie genial der Einfall von Macron, die wissenschaftliche US-Elite ins Land zu holen – ich stimme dir voll zu, das sollten wir hier auch tun! Chancen finden in Krisen – jetzt zeigt sich wahre Führungsstärke und der Vorteil einer kristallklaren Vision.
    LG, Heidi

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