Fragen im CSR-Management – Teil 2

Teil 2: Mitarbeiter einbinden – wie?

In offenen Seminaren sind verschiedenste Branchen, Unternehmensformen und Themen vertreten, was eine unglaubliche Bereicherung für alle Beteiligten darstellt. Beim letztwöchigen Seminar nahmen unter anderem Mitarbeiter aus Immobilienentwicklung, Handel und Unternehmensberatung teil. Diesmal ging es um die beiden Fragen: Wann sollte der erste Nachhaltigkeitsbericht veröffentlich werden? und Wie nehme ich meine Mitarbeiter, Kollegen und Führungskräfte beim Thema CSR mit?

Hier in Teil 2 geht es um die Mitarbeiter, Kollegen und Führungskräfte.

Wer vom Chef zum CSR-Seminar geschickt wird hat schon einmal eine große Hürde genommen: Der Chef steht hinter dem Thema. Bravo! Aber wie nehme ich den Rest der Belegschaft mit? Wie so oft gibt es natürlich auch hier keine Pauschalantwort. Vieles hängt von der Unternehmenskultur ab, welche grundsätzliche Einstellung es in Ihrem Hause gegenüber der unternehmerischen Verantwortung und Nachhaltigkeit gibt, davon in welcher Branche Sie sich bewegen, welche Erwartungen Ihre Stakeholder haben und wie Sie sie an Ihre Firma herantragen uvm.

Eines ist jedoch klar: Ohne eine breite Bereitschaft Ihrer Kollegen, sich Nachhaltigkeits- und CSR-Themen zu öffnen, werden Sie in Ihrem Unternehme immer Einzelkämpfer bleiben und vielleicht frustriert aufgeben. Dass dies das Unternehmen die Zukunft kosten kann, dürfte uns allen klar sein. Hier einige Tipps, die Ihnen dabei helfen sollen, nicht allein zu kämpfen:

  1. Verbündete suchen:

Wer Unterstützer hat, kommt weiter. Einer Ihrer Geschäftsführerinnen brennt für das Thema? Dann nageln Sie sie fest, gewinnen Sie sie für Ihre Ziele und holen Sie sich ihr Commitment, CSR und Nachhaltigkeit zu einem der wichtigsten Unternehmensziele zu machen. Im Übrigen MUSS CSR zwingend ein Chefthema sein. Die Verantwortung dafür trägt die Geschäftsführung. Vergessen Sie ihre Sekretärin nicht – sie ist Ihr Schlüssel zu ihrem Terminkalender!

  1. Das Unternehmen im großen Nachhaltigkeitskontext:

Ihre GF ist also schon ihr Verbündeter? Jetzt gilt es, ihr klar zu machen, welche Stellung Ihre Firma im großen Nachhaltigkeitskontext einnimmt. Sie sind ein Unternehmen der Lebensmittelbranche? Sie verbrauchen viel Energie bei der Herstellung von Tiefkühlkost? Das wirkt sich negativ auf den Co2-Ausstoß und die Feinstaubentwicklung lokal, national und global aus. Machen Sie ihr das klar und zeigen Sie ihr auf, dass es von Nutzen ist, diesen Energieaufwand zu reduzieren und dass dies ein Unternehmensziel werden muss. Im Idealfall ist Ihr Arbeitgeber bald Branchenführer und der Wettbewerb muss nachziehen. (Ein bisschen Utopie muss sein! J)

  1. Kollegen teilhaben lassen:

Machen Sie Ihren Kollegen klar, welchen Beitrag sie zu den Unternehmenszielen (kleiner Nachhaltigkeitskontext) und damit zur Reduktion von Co2-Emissionen (großer Nachhaltigkeitskontext) durch ihre Arbeit leisten. Laden Sie sie ein, Teil des Nachhaltigkeits-/CSR-Teams zu sein. Setzen Sie eine Art „Nachhaltigkeitsbotschafter“ ein, die mit besonders viel Engagement und über verschiedene Kanäle und Maßnahmen ihren Teil beitragen.

Auch gilt wieder: Holen Sie sich die Unterstützung Ihres/Ihrer Vorgesetzten und Geschäftsführers, Ihrer Kollegen in der internen Kommunikation und weiterer Personen.

  1. Die Interne Kommunikation ist Ihr Sprachrohr:

Vereinbaren Sie mit den Kollegen der internen Kommunikation, dass CSR und Nachhaltigkeit immer ein Thema der internen Kommunikationskanäle wird. Selbstverständlich haben Sie das vorher mit ihrer Geschäftsführerin besprochen. Wenn die Kollegen gut sind, gelingt es ihnen, das Thema spielerisch und nicht mit erhobenem Zeigefinger sondern mit Charme, Humor und echtem Weitblick zu kommunizieren.

  1. Keine erhobener Zeigefinger:

Wie schon oben erwähnt ist es wichtig, unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit nicht bleischwer daher kommen zulassen. Das Wort „Nachhaltigkeit“ ist mittlerweile durch – keiner kann es mehr hören, denn heutzutage ist alles irgendwie nachhaltig. Der Begriff „unternehmerische Verantwortung“ ist schwer zu fassen und „CSR“ kennt keiner. Daher liegt es in der Kunst des Kommunikators (und das sind Sie als CSR-Manager), die schon geforderte Leichtigkeit und den Charme einzusetzen, um Ihre Kollegen nicht zu verscheuchen.

Hier möchte ich eine Lanze brechen für meine Kollegen aus der Kommunikation: Sie sind Spezialisten und wissen, wie es geht. Lassen Sie sich von ihnen helfen und nutzen Sie ihre Expertise.

Viel Spaß beim CSR-Engagement!

Hier gehts zu „Fragen im CSR-Management Teil 1“- Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen – wann?

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