Berichtspflicht kommt

schreibenIn großen Schritten nähern wir uns dem 6. Dezember 2016 – dem Stichtag, an dem die Berichtspflicht über nicht-finanzielle Aktivitäten von EU- in nationales Recht übergeht. Das heißt, ab diesem Tag ist es für bestimmte Unternehmen gesetzlich verpflichtend, einen CSR- bzw. Nachhaltigkeitsbericht zu veröffentlichen. Wie ist der Status Quo und was genau erwartet deutsche Unternehmen? Hier habe ich die wichtigsten Informationen und Links für Sie zusammengefasst.

Wer muss berichten?
Berichten müssen Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften in Aktien

  • mit mehr als 500 MA
  • mit einem Nettojahresumsatz von mind. 40 Mio. €
  • mit einer Bilanzsumme von mehr als 20 Mio. €
  • außerdem alle Banken und Versicherungen

Worüber ist zu berichten?
Bericht werden soll über

  • Umweltbelange
  • Arbeitnehmerbelange
  • Sozialbelange
  • Achtung der Menschenrechte
  • Bekämpfung von Korruption und Bestechung

Nach welchen Richtlinien/Berichtsmodellen?
Der Gesetzentwurf empfiehlt derzeit keine der bekannten Richtlinien als Berichtsmodell. Aber: siehe „Empfehlungen“ weiter unten.

Welche Zeitvorgaben gelten?
Zu berichten ist über die Aktivitäten ab dem Jahre 2017. Wird ein Nachhaltigkeitsbericht separat und nicht als Teil des Bilanzberichts veröffentlicht, dann gilt eine maximale Frist von sechs Monaten ab dem Bilanzstichtag.

Konsequenzen und Sanktionen?
Der Verein zur Förderung der Gemeinwohlökonomie in Bayern schreibt, dass für Unternehmen, die nicht berichten, ein umsatz- und gewinnabhängiges Bußgeld von bis zu 10 Mio. Euro fällig werden kann.
Außerdem schreibt der aktuelle Gesetzesentwurf eine Prüfung des vorgelegten Berichts vor, wobei nicht die Inhalte sondern die alleinige Existenz eines Berichtes geprüft werden soll.
Quelle GWÖ

Empfehlungen
Wenn Sie zu den oben beschriebenen Unternehmen gehören, sollten Sie sich dringend mit dem Thema nicht-finanzielle Berichterstattung auseinandersetzen und jetzt Vorbereitungen treffen. Auch wenn der Gesetzentwurf derzeit keine Richtlinien bzw. Berichtsmodelle empfiehlt, so können wir davon ausgehen, dass die aktuellen Standards favorisiert werden:

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich dem Thema nicht-finanzielle Berichterstattung zu nähern. Voraussetzung ist, dass Ihr Haus sich in den genannten Themen engagiert. In meinem Artikel über den Zyklus des CSR- und Nachhaltigkeitsmanagements habe ich die einzelnen Schritte beschrieben.

Aber auch, wenn Sie momentan noch nicht von den gesetzlichen Vorgaben betroffen sind, so kann ein Bericht über nicht-finanzielle Aktivitäten für Sie sehr sinnvoll sein. Es gibt mittlerweile einige Auftraggeber, bspw. BMW, die von ihren Lieferanten entsprechende Berichte verlangen, damit diese weiterhin gelistet bleiben. Auch dürfte mittel- bis langfristig zu erwarten sein, dass mittelständische Unternehmen der Berichtspflicht unterliegen werden.

 

Sie haben Fragen oder brauchen Unterstützung bei den einzelnen Schritten? Dann kontaktieren Sie mich gerne alka.celic@csr-ce.de

 

Gesetzentwurf des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz auf der Website der Gemeinwohlökonomie Bayern. Der Link des Ministeriums ist zurzeit (3.11.2016) nicht erreichbar.

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