Alternative zum Nachhaltigkeitsbericht

Gerade kleine und mittelständische Unternehmen würden gerne einen  Nachhaltigkeits- bzw. CSR-Bericht veröffentlichen, scheitern dann aber an den Ressourcen, wenn sie diesen nach GRI-Richtlinien erstellen wollen. Mit mehr als 140 Indikatoren ist diese Art der Berichterstattung extrem aufwändig. Einige haben sich mit einer selbstdefinierten Version beholfen, die sich grob an die GRI-Richtlinien hält. Ein glänzendes Beispiel dafür die der Bericht von memo, dem Onlineversandhändler für Öko-Bürobedarf.

Jetzt gibt es eine interessante Alternative: den Wirkungsbericht nach Social Reporting Standards (SRS). Eigentlich ist dieser für Sozialunternehmen und Vereine entwickelt worden, um einen einheitlichen Berichtsrahmen zu haben, „um nachvollziehbar über Ihre Erfolge und Wirkungen zu berichten“. Doch ich finde, man kann ihn auch als Unternehmen verwenden.

Wer CSR betreibt, betrachtet sich als Teil der Gesellschaft und übernimmt Verantwortung für die Auswirkung seines (wirtschaftlichen) Tuns. Somit hat also ein Wirkungsbericht also seine Berechtigung und ist manchmal vielleicht sogar die sinnvollere Art der Berichterstattung.

Inhalt des Wirkungsberichts nach SRS ist das aus anderen Berichten bekannte Unternehmensprofil, die Teambeschreibung sowie Zahlen, Daten, Fakten. Kernelement des Berichtes – und hier liegt der wesentliche Unterschied! – ist die Beschreibung eines gesellschaftlichen Problems, das durch die CSR-Aktivitäten gelöst oder zumindest angegangen wird.

Nun ist es zwar nicht die Hauptaufgabe eines Wirtschaftsunternehmens gesellschaftliche Probleme zu lösen. Doch sind viele CSR-Aktivitäten von KMU der Gesellschaft gewidmet: Sei es, weil das Unternehmen die ehrenamtlichen Aktivitäten ihrer Mitarbeiter unterstütz oder weil es seine Führungskräfte in der Ausbildung zu Sozialunternehmen schicken, um dort „Hand anzulegen“ oder indem es bei der Wiederaufforstung eines Lawinenhanges im Alpengebiet hilft, etc.

Diese Aktivitäten haben eine Wirkung – und diese kann im Wirkungsbericht beschrieben werden. Eine Weiterentwicklung oder Abänderung des Berichtsinhalts steht hier natürlich jedem offen – schließlich handelt es sich um eine freiwillige Leistung. Letzlich gilt für jeden Nachhaltigkeitsbericht: Er sollte glaubwürdig, nachvollziehbar und transparent sein.

Aus Sicht des Kommunikationsprofis ist ein Wirkungsbericht ein tolles Instrument, um mehr Emotionalität in das trockene Berichtswesen zu bringen.

Mehr Informationen zum Wirkungsbericht nach Social Reporting Standards gibt es auf der Hompage der Social Reporting Initiative e.V.

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