Aktueller Führungsstil gefährdet deutsche Wirtschaft

Die neuen Manager: Kooperation, Kommunikation und Motivation

Deutsche Manager finden den vorherrschenden Führungsstil für überholt und sehen dadurch sogar die Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gefährdet. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die vom Bundesarbeitsministerium und der „Initiative Neue Qualität der Arbeit“ durchgeführt wurde.

In den Studienergebnissen wird deutlich: Der Führungsstil muss sich dringend ändern. Arbeitnehmer erwarten eine völlig andere Art der Führung durch ihre Vorgesetzten und der Zusammenarbeit innerhalb des Teams. Sie erwarten Wertschätzung, Mitbestimmung und Sinn in ihrer Arbeit. Für Manager bedeutet dies eine massive Umstellung ihrer bewährten Überzeugungen. Sie müssen sich vom hierarchischen Kopf zum Kommunikator und Motivator wandeln. Seine Aufgabe besteht nun in der Kooperation.

Es ist erfreulich zu sehen, dass die deutschen Manager erkannt haben, dass ein hierarchischer und rein auf Rendite fokussierter Führungsstil nicht mehr zeitgemäß ist. Wie bereits in einem früheren Artikel beschrieben, entspricht dies der Idee der CSR: Einerseits Mitarbeiter zu Mitentscheidern machen. Andererseits Profit nicht auf Kosten anderer zu erreichen. Nun gilt es aber, einen lange Jahre gepflegten Habitus zu ändern. Und das heißt: Änderung der Unternehmenskultur. Doch eine Kultur ändert sich nicht von heute auf morgen. Sie wird immer mit Ängsten, Widerständen und „das haben wir noch nie so gemacht“-Sätzen einhergehen. Hier ist daher ein Coaching aller Beteiligten sinnvoll.

Hunderudel als Beispiel für neuen Führungsstil

Interessant ist, dass dieser neue Führungsstil gar nicht so neu ist. So führen Hunderudel diese Art des kooperativen Führens schon immer durch. Anders als bisher vermutet, gibt es kein Alphatier, das alle Entscheidungen alleine trifft. Vielmehr bestehen diese Canidenrudel aus drei Leadern und vier Mitarbeitern. Jeder hat fest definierte Aufgaben, die durch Kommunikation, Kooperation und Motivation der drei Leader abgerufen werden. Es gilt dabei immer, das gemeinsame Ziel zu erreichen und dabei die Stabilität im Rudel möglichst wenig zu gefährden. Dies kann man sehr gut beobachten und wird mittlerweile bei Team– und Führungskräftecoachings mit Hunderudeln eingesetzt.

In diesen Coachings erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit nicht nur ihre eigene Rolle im Team zu erkennen und den wertschätzenden Umgang zu üben, sondern am, „lebenden“ Objekt zu sehen, wie ein solches Team funktioniert. Die Hunde sind sorgfältig ausgewählt und passen gut zusammen. Sollten Teilnehmer Angst vor Hunden haben oder allergisch sein, so stellt das kein Problem dar. Denn ein direkter Kontakt mit den Tieren ist für das Coaching nicht nötig. Die Tiere werden auf dem Hundeplatz in der Interaktion beobachtet.

Hundecoaching bald Standard?

Man darf gespannt sein, wann sich das „Rudelcoaching“ als Standardtraining bei Personalabteilungen durchsetzen wird. Wenn die Studie des Bundesarbeitsministeriums und der „Initiative Neue Qualität der Arbeit“ Recht hat wird das bald der Fall sein.